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Es ist soweit: das erste Training steht bevor und es gehen mir so einige Fragen durch den Kopf, wie zum Beispiel: was ist, wenn ich nicht fit genug bin? Was, wenn ich mich bei den Übungen blamiere? Oder mich doof anstelle? Andererseits bin ich viel zu neugierig um mich von derlei Bedenken abschrecken zu lassen und beruhige mich mit dem Gedanken, dass schließlich kein Mensch von mir als Anfänger erwarten kann, dass alles gleich klappt. So gestärkt betrete ich die Halle in Krumbach und geselle mich zu den anderen. Vorsichtig schaue ich mich um - viele scheinen wie ich ganz am Anfang zu sein, andere tragen einen schwarzen, für diese Sportart (besser gesagt Kampfkunst) typischen Anzug, den Dobok, und sehen darin schon durchaus respekteinflößend aus und ich beschließe: ich will auch!!!

 

Das Training beginnt, wir nehmen Aufstellung am Rand der Matten und es erfolgt die Begrüßung auf Koreanisch, an die sich ein Moment der Ruhe und des "Zu -sich -Findens" anschließt: wir nehmen auf den Matten Platz, schließen die Augen und atmen ganz bewusst aus und ein, aus und ein, aus und ein und ich merke, wie sich tatsächlich bereits jetzt eine gewisse innere Ruhe einstellt und ich für das nun folgende Training bereit bin. "Ok, los geht's!", denke ich so bei mir, als die Worte "Augen auf" zu hören sind und sehe mich schon Tritte und Schläge einüben, wie ich es in verschiedenen Filmen gesehen hatte. Aber jetzt schließen sich noch Atemübungen an, deren Durchführung genau erklärt wird - richtiges Atmen ist für die korrekt Durchführung der Techniken unerlässlich und hat auf mich den Effekt, dass ich noch konzentrierter bin und versuche, den Anweisungen genauestens zu folgen, alles andere hat weitestgehend Pause. Somit habe ich meine erste Lektion gelernt: in der Ruhe liegt die Kraft!

 

Nachdem wir nun mental bereit sind, folgen Warmlaufen und Gymnastik. Obwohl ich mich immer für recht fit gehalten habe und die Übungen auch ganz gut hinbekomme, weiß ich schon jetzt, das gibt Muskelkater, aber ich freue mich über die Übungen, vor allem über die aus der Rückenschule, da ich schon während der Ausführung spüre, wie sich jeder Muskel streckt und sich die ein oder andere Verspannung löst. Dafür nimmt man gerne ein wenig Muskelkater in Kauf und ich stelle fest, dass dies ein sehr durchdachtes und enorm effektives Aufwärmprogramm ist.

 

Derart vorbereitet starten wir nun nach einer kurzen Trinkpause mit den ersten Hapkidotechniken, die mit einem Partner durchgeführt werden sollen und ich erfahre, dass diese Kampfkunst viel mehr beinhaltet als ich zunächst angenommen hatte-heute werden zum Beispiel hauptsächlich erste Handbefreiungen geübt, Hebeltechniken, die im wahren Leben durchaus nützlich sein können. Zunächst fühlt es sich ein wenig seltsam an, jemanden, den man nicht so kennt doch relativ nahe an sich heranzulassen, wie es für die Hapkidotechniken nun mal der Fall ist, aber die Trainingsgruppe ist sehr nett und schon in dieser ersten Trainingseinheit merke ich, dass meine Bedenken vom Anfang völlig grundlos waren: jeder hilft jedem und, was noch viel wichtiger ist, jeder macht nur das, was er sich auch zutraut. Außerdem haben viele zeitgleich mit mir angefangen und ich stehe nicht alleine da, wenn eine Technik, die eben, als Rainer sie gezeigt hat, so einfach wirkte und ich nun, wenn ich sie nachmachen soll, buchstäblich nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist. Aber wie gesagt, ich bin damit nicht alleine und gegen Ende der Trainingseinheit funktionieren tatsächlich ein paar der gezeigten Dinge so einigermaßen und etwas erschöpft aber zufrieden und gespannt auf mehr begebe ich mich zu den Umkleidekabinen.

 

Dies soll ein kleiner Einblick sein, wie das erste Training ablaufen kann. Mittlerweile bin ich seit knapp zwei Jahren dabei und das Hapkidotraining ist ein Teil meines Wochenplans geworden, den ich auf gar keinen Fall missen möchte. Ich habe sehr nette Leute kennengelernt und mit Rainer Rebhan einen Trainer, der durch seine ruhige und souveräne Art jedem Teilnehmer ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, wobei auch der Zusammenhalt in der Gruppe durch seine offene Art gestärkt wird und wir gerne nach dem Training noch ein Weilchen zusammensitzen- "ein Stück Lebensqualität eben", wie ein Trainingsteilnehmer neulich beim gemeinsamen Essen sagte.

 

 Geschrieben von unserem Mitglied "Gabi Vetter".

 

 Vielen Dank Gabi

   
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